Wir haben zurzeit 11 Botia histrionica in unserem 200l-Aquarium. Dort leben sie zusammen mit 3 Siamesischen Rüsselbarben, 10 Denisonbarben und 1 Ancistrus spec. Die Botias sind ca. 6 cm groß, die Siamesen genauso, die Denisons sind noch deutlich kleiner. Der Antennenwels "Hugo" ist mit ca. 12 cm schon bald ausgewachsen.
Die Botias leben zu Neunt in einer Lavahöhle mit mehreren Eingängen, die wir ihnen gebaut haben. 2 Botias leben vorwiegend in einer Pflanze mit großen Blättern, wobei sie sich diese nicht teilen, sondern jede hat ihr Revier, getrennt durch wenige Blätter in der Mitte. (Das wissen wir seit wir einmal beim Gärtnern in der Mitte 3 Blätter herausgeschnitten haben, weil die abgestorben waren. Danach ging ein Revierkampf vom Feinsten los. Eine Stunde haben die gebraucht, bis wieder geklärt war, wer jetzt zwischen welchen Blättern wohnt.) Chef im Ring ist definitiv Hugo. Der setzt sich im Kampf um einen Futterchip auch gegen 11 Schmerlen durch. Wenn kein Futter da ist, darf aber auch gekuschelt werden.
Nun bauen wir grade unser 648l-AQ auf (180x60x60). Es soll als Naturaquarium (viele bodendeckende Pflanzen, ein paar "Gebüsche", Starklicht, Licht-/Schattenbereiche) eingerichtet werden; eine große Höhle ist dabei wieder geplant. Dort hinein sollen natürlich alle Barben (plus ein paar weitere Siamesen), denn die werden ja recht groß. Außerdem sind 7 Chromobotia macracanthus vorgesehen. Wir wollen auch Hugo umsetzen.
Außerdem möchten wir 6 der 11 Botia histrionica ins neue Becken tun. Die müssten sich doch auch mit den PS verstehen, oder? Zwar haben beide ein etwas anderes Sozialverhalten, aber ich schätze, dass sie sich bestimmt vertragen und sogar miteinander spielen müssten. Ich denke auch, dass sie sich bestimmt die Höhle teilen.
Schätze ich das richtig ein? Hat da jemand Erfahrungen? Sieht jemand die Trennung der 11 kritisch? Bei PS wäre ich da deutlich vorsichtiger, grade wenn sie zusammen aufgewachsen sind. M. E. "trauern" sie um Verluste. Aber sie haben ja auch ein anderes Sozialgefüge. Bei den Histrionica erwarte ich da weniger Probleme. Was meint ihr?
hallo leute bin auch noch mal da - ist schon ewig her. also, ich habe 6 chromobotia macranthus, 4 ca. 12 cm, 2 ca. 8 cm. 5 botia striata ca. 8 cm, ausgewachsen, 1 botia lochata ca. 12 cm, 10 zwerg-corys, elegans nanus und 3 gemischte corys in einem becken von 150x50x50. alle vertragen sich ausgezeichnet. die striata spielen schon mal mit der lochata. das striata agressiv sein sollen, kann ich nicht bestätigen. sind meine friedlichsten. allerdings haben alle eigene höhlen, aber alle in einer hinteren ecke. klappt prima, das becken und die schmerlen gibst seit 2 jahren. gruß babs
So, mal ein kleines Update. Mittlerweile leben unsere Botia histrionica zusammen mit 7 Prachtschmerlen, 8 Siamesischen Rüsselbarben und 9 Denison-Barben auf 648 Liter. Wir haben uns also entschieden, die Histrionicas nicht zu trennen. Alle verstehen sich prächtig. Die Botia histrionica sind anfangs für die kleinen Baby-Prachtschmerlen sogar zu Onkeln und Tanten geworden, an denen sich die Kleinen ständig orientierten. Von unseren 11 Histrionicas sehen wir aber maximal 9 zu einer Fütterung, der Rest bleibt irgendwo im gut strukturierten Becken unsichtbar.
Ungeschickterweise haben wir beim Einbau des großen Mattenfilters einen kleinen Konstruktionsfehler gemacht und die Matte sitzt an einer Seite nicht exakt in der Führungsschiene. Diesen Fehler hatten die Botia histrionica bereits bemerkt und den Mattensteg als Unterschlupf erkannt. Da haben wir das ganze Becken mit Höhlen und Unterschlüpfen vollgestellt und die Herrschaften sind doch glatt hinter dem Filter und im Führungssteg eingezogen. Als dann die Prachtschmerlen kamen, folgten sie den schon etwas größeren (ca. 6-9 Monate alten) Histrionicas auf dem Fuße und fanden den Steg als Zuhause ganz prima. In der ersten Woche waren die Kleinen so gut wie nie zu sehen. Nur morgens zwischen 6 und 7 Uhr, wenn es draußen schon hell, im Becken aber noch dunkel war, waren sie alle da und schwammen herum. Das war dann auch die Zeit, in der ich sie ein bisschen fütterte, damit auch wirklich alle etwas abbekommen. Es ist immer wieder faszinierend, dass es kein Loch gibt, das klein genug ist, damit nicht noch eine Prachtschmerle hineinkommt.
Anfangs dachten wir tatsächlich, unsere Schmerlen wären einfach nur hinter dem Filter, wenn wir sie vorne nicht finden konnten. Bis wir beim Wasserwechsel dann beobachteten, wie eine nach der anderen (sowohl Prachtschmerlen als auch Botia histrionica) aus dem Steg heraussprangen sobald der Wasserspiegel wieder hoch genug war. Denn beim Wasserwechsel sinkt der Spiegel unterhalb der oberen Öffnung, also dem einzigen Weg hinein und wieder hinaus. Lauter graue Fische kamen da nacheinander heraus. Mit Sicherheit haben die, die ganz oben waren, kein Wasser mehr gehabt, so viel wie da drin waren. Sie müssen die ganze Zeit auf dem Trockenen gelegen haben bis wieder genug Wasser da war. Die meisten haben sich das wohl auch gemerkt, denn es wurden immer weniger, die zum Wasserwechsel diesen Platz aufsuchten.
Schön anzusehen war, wie sich die "großen" Histrionicas der kleinen Prachtschmerlen annahmen. Als wären das Onkel und Tanten hängten sich die Kleinen an sie ran und schwammen mit ihnen herum. Sie haben keine eigene Gruppe gegründet, sondern sich den Großen einfach angeschlossen und ihnen alles nachgemacht. Schnell war klar, dass einer von ihnen der Tapferste ist. Er hatte am schnellsten eine dunkle, kräftige Farbe und traute sich raus zum Fressen, auch wenn das Licht an war. Erst einige Tage später wagten sich die nächsten zwei vorsichtig ins Licht bis dann irgendwann mal alle herauskamen.
Beim Gerangel ums Futter ließen sich die kleinen Gesellen nicht die Butter vom Brot nehmen. Die Histrionicas waren anfangs zwar mehr als doppelt so groß wie sie, aber das kümmerte sie wenig. Verdrängen ließen sie sich nicht. So war zwar immer ziemliche Hektik beim Fressen angesagt, aber keiner vertrieb den anderen und gekämpft wurde schon gar nicht.
Unsere größte Prachtschmerle ist mittlerweile so lang wie die kleineren unserer Histrionicas. Dadurch dass sie höher ist, wirkt sie eigentlich insgesamt schon größer. Es ist noch immer eine ziemlich gemischte Gruppe, aber die Prachtschmerlen hängen sich jetzt nicht mehr ganz so intensiv an die anderen.
Nach unseren Fischen kann man übrigens die Uhr stellen. Na ja, wir füttern ja auch immer um die gleiche Zeit. Schon eine Stunde vorher finden sich die ersten Schmerlen und Barben am Futterplatz ein, legen sich schon mal hin und warten. Sieht immer aus als würde man einen Zug zusammenstellen; alles schön hintereinander. Vor kurzem haben wir allerdings ihren Rhythmus total durcheinander gebracht und hatten schon die Befürchtung, ihnen dauerhaft Verhaltensstörungen verpasst zu haben. Wir hatten nämlich ein Blaualgenproblem und haben 1 Woche Dunkelkur angesetzt. Mit der Taschenlampe haben wir gesehen, dass alle fröhlich im Dunkeln herumschwammen. Als wir das Licht wieder anmachten (erst nur Decke weg, eine Stunde später nur 1 von 3 Lampen - insgesamt für 1 Woche so gelassen), waren sie total anders als vorher. Die Barben versteckten sich im Schatten, die Schmerlen waren überhaupt nicht mehr bei Licht zu sehen. Nicht mal an den Futterplatz kamen sie. Sie haben eine ganze Woche gebraucht, sich wieder an den Tag-/Nacht-Rhythmus zu gewöhnen und regelmäßig wieder zur Fütterung zu erscheinen. Jetzt ist alles wieder gut.
Viele Grüße
Susann
P.S: Ich hab leider kein Bildeinfügerecht, sonst hätte ich euch ein paar Bilder eingestellt.
Also ich hoffe, dass ich das mit den Fotos jetzt hingekriegt habe. In der Vorschau sehe ich nur Urls, in einem anderen Forum mit BBCode hab ich's einfach mal ausprobiert und da sehe ich in der Vorschau gleich kleine Bilder. *grübel*
Na, im schlimmsten Fall müsst ihr halt die Links anklicken und ich brauch noch nen Kurs im Bilder posten.
(anm. Webmaster: habe mal probiert ob ich das hinkriege, das letzte Bild direkt einzubauen... geht offenbar, aber nicht zum klicken als Bild - ich brauche auch so einen Kurs ;-)