Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 353 mal aufgerufen
 Allgemein
lilobert

21.04.2006 23:22
misgurnus Zitat · antworten

Misgurnus anguillicaudatus - (Wetterloach oder loach Dojo )
Der ostasiatische Schlammbeißer(-peitzger)
Ein Artikel von 
Wenn das loach Dojo (Misgurnus anguillicaudatus , genannt auch Japanerwetterfische, Wetterfische Amur) auch nicht das schönste Loach ist,
das in Aquarien zusehen ist,so ist es doch leicht eins von den interessantesten.
Dieses loach stammt aus China, Teilen von Sibirien, Korea, Hainan und Japan. In Japan gelten sie als eine Nahrungsmittelquelle...
anscheinend, da sie ziemlich nahrhaft sind- (haben 200mal mehr Kalzium als Aal, wie ein japanischer Hersteller aussagt).
Aus Neugier heraus suchte ich nach Rezepten, und es scheint, daß die Zubereitung in Form von Eintopfgerichten und Suppe erfolgt (dojo-nabe und dojo-udon).
Selbstverständlich bin ich jetzt an der Haltung dieses reizenden Fisches viel interessierter, als ich ursprünglich vorhatte,
wiewohl ich jetzt auch sehe, daß das Dojo der Hauptdarsteller des folgenden sein wird. Und in der Tat bin ich, ziemlich aufrichtig, emotional berührt.
Das Dojo kann natürlich nicht die Farben der Clownschmerle oder Botia modesta aufweisen (die ich beide außerdem halte),
aber es interessiert durch seine Lebensweise.
Lang und aalähnlich kann es in Freiheit 25 Zentimeter erreichen (ein Report sagte 50 Zentimeter!!),
fähig zur Fortpflanzung ab 10-15 Zentimeter.
Im Aquarium neigen sie dazu , 15 Zentimeter nicht zu übersteigen. Mojo (my Dojo) ist ungefähr 12,5 Zentimeter, und ist mindestens zwei Jahre alt.
Seine Vorgänger (ein Paar, das ich in meinen Becken einige Jahre hielt), erreichten mindestens 15 Zentimeter, wenn nicht ein sogar ein wenig mehr,
bevor sie innerhalb weniger Wochen beide dahin waren.
Ihre Färbung ist graubräunlich, gesprenkelt mit dunkleren Punkten. Sie haben, selbstverständlich das "loachgesicht", mit fleischigen 5 Paaren Barteln.
Die Fortpflanzung ist problematisch und es scheint, daß es keine Beschreibungen dazu über den tatsächlichen Ablauf in der Gefangenschaft gibt,
obwohl es Berichte über Eiablagen gegeben hat. Die Eier des Dojo sind klebrig, klein und rot, und es wird erstaunlicherweise angegeben, daß die Anzahl
der Eier pro Kopulationon 1.800 bis über 15.500 erreichen kann.
Geschlechtsunterschiede sind gut zu sehen an den Pectoralen (Brustflossen). Geschlechtsreife Männchen bilden einen stärkeren und längeren zweiten Strahl
als die Weibchen aus und haben dreieckige Pectoral -Flossen anstatt runder Form.
Sie sind, mit Vorliebe für Fleisch, omnivor. Der Autor setzt Salzwassergarnelen, bloodworms, Mückenlarven, Garnelentabletten, Flocken, Algentabletten und Erbsen ein,
und nichts wird überhaupt nicht genommen. Sie sind auch ein Topteam, wenn es darum geht, das Becken von Abfällen zu säubern, bzw. zur Erlangung von Futterresten,
die andere haben liegen lassen.
Dojos sind vielleicht die einfachsten Fische, die ich überhaupt gehalten habe. Wenn er das Becken bezogen und Raum hat zum Spielen, ist er ein glücklicher loach.
In Freiheit werden diese loaches im kühlen, flachen, ruhigen Wasser gefunden. Sie überleben rauhe Winter, indem sie sich in den Bodengrund einwühlen, und können
auch im Aquarium beim Eingraben gesehen werden. Sie können auch lange Perioden im sehr flachen Wasser überleben und können sich aus dem Wasser herausbewegen, wegen ihrer Fähigkeit, einen schützenden Schlammmantel aufzubauen. Sie darmatmen ganz wie corydoras und plecos an der Luft und können (angeblich?, der Übersetzer)
auch atmosphärische Luft ansaugen durch ihre Afteröffnung .
Dojos können sehr hohe und sehr niedrigeTemperaturen vertragen, scheinen in allen Temperaturen auszukommen im Bereich von 4-25 Grad Celsius,
gleich ob in Teichen, in unbeheizten Behältern oder im tropischen Aquarium. Meiner Meinung nach ist ein Behälter von mindestens 120l ein Muß.
Obgleich Dojos nicht normalerweise in der Gefangenschaft sehr groß werden, sind sie sehr aktiv und spielfreudig.
Wenn sie in zu kleinen Aq gehalten werden, ist es wahrscheinlich, daß sie sich verletzen, wie ich herausfand,
als ich ursprünglich mein noch juveniles Paar in einem 40l-Behälter hatte.
Einer sprang stark genug, um an die Aq.- Oberseite zu schlagen, so daß ich schon dachte, daß er sich getötet hätte.
Glücklicherweise gewann er seine Besinnung einige Momente später wieder, nachdem er erst mal im Kies für einige Sekunden
(die viel länger aussahen, als sie dauerten) in einer unglaublich alarmierenden Weise gelegen hatte.
Sie können fast jeden möglichen pH auch vertragen, obwohl 6,5-7,5 optimal sein würden. Ein Sandsubstrat wird wegen ihrer Gewohnheit,
sich einzuwühlen und zu buddeln, empfohlen. Dojos benötigen auch Plätze, sich zu verstecken, obgleich sie aktive Fische sind.
Sie neigen dazu, am Abend und an der Nacht aktiver zu sein und ziehen es normalerweise vor, in Einsamkeit während des Tages stillzuliegen.
Dojos sind keine Stänkerer und ideale Beifische würden alle möglichen Fische sein, die sie nicht verletzen.
Persönlich würde ich auch vorschlagen, daß sie man sie nicht mit Fischen halten sollte, die so sprunghaft und quirlig wie sie sind.
Mojo ist mit Leoparddanios, einem Paar angelfish( ?) und einer ziemlich ausgefallenen Ansammlung von botias gehalten worden, und er ist gut verträglich mit allen.
Er nimmt häufig am "loachstapel"(?) teil, für welches die Clowns berühmt sind oder teilt sich eine Höhle mit einem modesta.
Er neckt gern mal andere Fische, verfolgt sie auch schon mal, aber nimmt nicht an Kämpfen teil oder verletzt andere Fische.
Es gibt noch mehr Eigenarten, die diesem bestimmten loach zugehörig sind. Z.B. der Grund für den Namen"Wetterloach-Wetterschmerle".
Dojos sind wegen ihrer Empfindlichkeit zum barometrischen Druck so betitelt worden, der sie veranlaßt, vor schlechtem Wetter rastlos zu werden.
(Dazu sind hier im Original Bilder eingestellt, wie der Mojo des Autors ständig hoch und nieder und um den Filter kreist,
und damit vor allem Bereiche durchstreift, die er sonst nicht nutzt.) Fotos sind aus urheberechtlichen Gründen von mir rausgenommen.
Der Bericht als solcher ist übrigens sehr frei von mir mit Blick aufs Wesentliche und Interessante etwas eingekürzt.
Eine andere Eigenartigkeit, die diesen Fisch so liebenswert macht, ist, daß sie sich nicht darum kümmern, berührt zu werden; im Gegenteil, sie suchen manchmal selbst den Kontakt und lassen sich durchaus mit der Hand im Becken führen. Jedes Dojo, das ich überhaupt gehabt habe, schien diese Art der Aufmerksamkeit zu genießen,
und ich habe auch andere Liebhaberanmerkungen zu diesem Verhalten verschiedentlich gelesen.
Die meisten entdecken diese Tendenz, wenn sie ihre Hand im Becken haben und ganz plötzlich entdecken, daß ein Dojo versucht, gegen ihre Hand oder
durch ihre Finger zu schieben.
Sie sind in der Art ähnlich den Katzen; sie müssen "in der Stimmung" sein. Wenn sie nicht in Stimmung sind, können Sie drei Tage versuchen,
sie genau wie alle möglichen anderen Fische zu fangen.
Ihre Widerstandsfähigkeit macht sie zu vollkommenen Anfängerfischen, ihr Temperament zu idealen Beifischen für viele Arten, ihre „Zärtlichkeit“ zu jedermann,
daß man gern ein "Haustier " wie sie in seinen Becken haben möchte.
Alles in allem, loaches Dojo sind eine vollkommene Bereicherung zu fast jedem möglichen Gemeinschaftsbecken.
Text durch 

Thomas Offline


Beiträge: 561


22.04.2006 12:24
#2 RE: misgurnus Zitat · antworten

Hi,

In Antwort auf:
im Gegenteil, sie suchen manchmal selbst den Kontakt und lassen sich durchaus mit der Hand im Becken führen. Jedes Dojo, das ich überhaupt gehabt habe, schien diese Art der Aufmerksamkeit zu genießen,
und ich habe auch andere Liebhaberanmerkungen zu diesem Verhalten verschiedentlich gelesen.

Kann ich in gewisserweise bestätigen. Wenn ich im Becken hantieren muß, dann kommen sie hin und wieder an und knabbern an meiner Hand rum. Hat aber wohl weniger mit Kontakt- als mehr mit Nahrungsaufnahme zu tun. Ihre Lernfähigkeit scheint aber irgendwo bei null zu liegen, da sie auch nach Jahren nicht wissen das ich nicht essbar bin...

Viele Grüße

Thomas

«« neu hier
 Sprung  
Xobor Ein Kostenloses Forum von Homepagemodules.de
Einfach ein Forum erstellen