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Dieses Thema hat 1 Antworten
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 Allgemein
Schmerlen-Andy Offline


Beiträge: 1.105
Punkte: 1.113


19.12.2004 16:05
Neues aus der Heimat der Prachtschmerle Zitat · antworten

Hallo,
Ich habe mich mit einer Person aus Borneo per e-Mail unterhalten, die sich ebenfalls mit den dortigen Fischen beschäftigt und dort soweit ich verstanden habe eine Art "Aufseher" eines Natur-Parkes ist.
Der Text ist auf Grund mehrfacher Übersetzungsfehler (indonesisch -> englisch -> deutsch) etwas holperig gewesen, deshalb fasse ich ihn hier mal sinngemäß zusammen.
Als Suchhilfe sei gesagt, das die Prachtschmerle in Sumatra / Borneo allgemein Ulang Uli genannt wird.

Lieber Andreas,
Ich kann auch nicht viel über den natürlichen Lebenswandel des Ulang Uli sagen, was ich weiß teile ich aber gerne mit.
Es gibt zwei verschiedene Arten, eine ist in Borneo beheimatet und eine in Sumatra. Zur Zeit werden die meisten Tiere im Fluß Kapuas und im Nationalpark Danau in der West-Provinz Kalimantan gefunden. Diese Fische werden von kleinen Fischern im Nationalpark während des Hochwassers gefangen (zwischen Januar und März). Die Fischer fangen die Ulang Uli nachts mit Hilfe einer Bambus-Falle (erkl. Ein hohles Bambusrohr wird ins Wasser gelegt, die aufgescheuchten Tiere schwimmen hinein um sich zu verstecken, der Fischer hält die Enden zu und schüttet sie dann in ein entsprechendes Behältnis) In einer Falle werden meist 10-20 Stück gleichzeitig gefangen. Die Tiere werden leider sehr billig verkauft, weil die Oligopolhändler den Markt kontrollieren. Ich nehme an, der Preis wird vom Kunden abhängig sein.

Der Lebensraum von Ulang Uli wird stark durch die Fischfängern beeinträchtigt, es ist sehr schade das wir nicht so viel über diese Art (und hunderte weiterer Arten in diesem Fluss) wissen.
Der Niederschlag in dieser Region ist, mit einem jährlichen Niederschlag über 3000 Millimeter sehr naß. Die Wassertemperatur ist über 25 C. Der pH - Wert ist sehr niedrig, ungefähr zwischen 4 und 5 oder sogar darunter.

Ich hoffe, das Sie Zeit haben, etwas Informationen über nationalen Park Danau Sentarum zu betrachten und vielleicht eine Idee haben, wie man für den Erhalt des Parks sorgen kann. In diesem Park werden übrigens auch Formosus sclerophages (Arwarna), der kostspieligste orientalische Fisch überhaupt, gefangen.

Wer näheres über den besagten Park sehen möchte, kann diesem Link folgen:

http://www.geocities.com/borneoconservancy/


Gruss
Schmerlen-Andy
Andreas S. Kinast

Ilya

20.12.2004 09:23
#2 RE:Neues aus der Heimat der Prachtschmerle Zitat · antworten

Hallo!

Ich warte gespannt, wie diese Art von Forschung sich entwickelt. Denn in neuester Zeit haben wir mit Internet wirklich die Möglichkeit, interkontinental Daten zu sammeln, was in Vorzeiten eher schwierig war. Auch regen sich in den Herkunftsländern unserer Fische die Leute, die es sich zum Ziel gesetzt haben, die heimatliche Natur zu erhalten. An dieser Stelle können wir sehr gut ansetzen und sie einbeziehen in die Datensammlung, denn wer kann sonst besser die hiesigen Gegebenheiten überblicken? Auch sollen wir hierbei unser Ziel - die Vermehrung und planmäßige Zucht von Schmerlen als gefährdeten Arten - als Herausforderung sehen, und in aller Deutlichkeit darauf hinweisen, dass kommerzielle Interessen nicht verfolgt werden, sondern vielmehr sogar ausgeschlossen sind! Damit könnten wir international eine Vertrauensbasis schaffen, und evtl. an Daten herankommen, die nicht frei verfügbar sind. Als Beispiel könnte ich http://www.siamensis.org anbringen, die Leute dieser Arbeitsgruppe arbeiten an Naturerhaltung in Thailand und sehen in der aquaristischen Industrie die Gefahr weiter fortschreitender Ausrottung der Schachbrettschmerlen. Die natürlichen Lokalitäten und Habitate werden praktisch geheimgehalten, um ein Abfischen zu verhindern. Sollten wir in der Lage sein, die Naturschützer zu überzeugen, dass wir durch unsere Arbeit das Ziel verfolgen, durch Nachzucht natürliche Biotope und Populationen zu schützen und zu erhalten (im Rahmen einer möglichen Nachfragesenkung und Aufklärung in Zielländern der aquaristischen Exporte), würden wir sie für uns gewinnen!

Daher ist Dein Schriftverkehr mit einem einheimischen Ichtyologen von meiner Seite als einer der wichtigsten Schritte in die neue Richtung der Forschung zu sehen, Andreas! Ich bin einfach gespannt, was wir erreichen...

PS. Damit könnten wir eventuell auch das Gebiet der Spekulationen verlassen und endlich Fakten und belegbare Daten für die Arbeit verwenden!

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Greets
Ilya

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