habe folgenden Zuchtbericht gefunden. Wurde von Nicolè Bura im Netz veröffentlicht. Wirklich interessant.
"Zucht:
Wie bekannt ist, können Botia macracanthus eigentlich nicht in einem Aquarium nachgezüchtet werden, woran das liegen mag, kann kein Experte genau sagen. Außer den Wildfängen aus Sumatra, werden auch nachgezüchtete Prachtschmerlen aus Tschechien importiert, doch sind die Elterntiere dermaßen mit Hormonen voll gepumpt, dass der daraus resultierende Nachwuchs steril ist.
Das mir die Zucht nun 2-mal passiert ist, kann Glück sein und es waren jeweils Zufälle, oder aber ich habe unbewusst das richtige getan, ohne zu wissen was ich da gemacht habe. Woran mag es also liegen, dass ausgerechnet meine Prachtschmerlen im Aquarium für Nachwuchs gesorgt haben?
Lasse ich mal grob Revue passieren. Im Mai 2000 habe ich ein 100L Aquarium geschenkt bekommen, darin befanden sich 3 Prachtschmerlen (nach Angaben des Vorbesitzers, hatte er diesen Besatz schon 5 Jahre), zu dem Zeitpunkt wusste ich aber noch nicht welche Fische es sind, hatte ich doch erst im Januar 2000 mit der Aquaristik angefangen. Dieses besagte Becken holte ich aus Berlin ab. Nachdem ich es hab "Einfahren" lassen, setzte ich die Prachtschmerlen, die Prachtbarben und Blutsalmler wieder in dieses Aquarium. Es stand damals bei uns im Schlafzimmer. Tagsüber hielten wir uns natürlich kaum dort auf und abends war das Licht auch schon wieder aus, als wir zu Bett gingen. Ich ging zwar zwischendurch zum Füttern nach oben, das war’s aber auch schon. Da mich aber diese komischen gestreiften Fische interessierten, die so ein verstecktes Leben unter ihrer Moorkienwurzel führten, fing ich an Informationen über sie zu sammeln. Schnell hatte ich heraus um welche Fische es sich handelte und dass das 100 Liter Aquarium eigentlich zu klein für diese Fische ist. Ich kaufte ein größeres Aquarium und als ich die Prachtschmerlen in ihr neues Heim setzen wollte, machte ich die Entdeckung!
Es waren nicht mehr 3 Prachtschmerlen, sondern 5. Im Becken schwammen zusätzlich noch 2 kleinere Prachtschmerlen herum. Ich stellte mir die Frage, wie die denn da hineingekommen sind und nahm zuerst an, dass mein Lebensgefährte sie gekauft hatte und dort mit hinein setzte. Er aber stritt es ab. Die Prachtschmerlen hatten also für Nachwuchs gesorgt, ohne dass ich es bemerkt hatte. Mein Interesse zur Zucht war geweckt. Seit Juni 2000 bin ich dabei meine Prachtschmerlen zu studieren und alles an Erfahrungsberichten zu sammeln, die ich bekommen konnte.
Festgestellt habe ich, dass die Wasserwerte eine entscheidende Rolle spielen. Ich beziehe diese Feststellung auf die unterschiedlichen Wasserparameter, denen meine ersten 3 Prachtschmerlen ausgesetzt waren und die mit ein Auslöser waren, um in Laichstimmung zu kommen und Nachwuchs zu zeugen. In Berlin herrschen Leitungswasserwerte von GH 17°dH, KH 11°dH, Nitrat: 0 mg/l NO³-.
In Büchern dagegen betragen die Leitungswasserwerte GH 7°dH, KH 3° dH, Nitrat: 0 mg/l.
Also deutlich niedrigere Werte, die den Ansprüchen der Fische auch näher kamen, sind es doch so genannte "Weichwasserfische".
In der Natur kommen diese Fische hauptsächlich in schnell fließenden Gewässern vor, teilweise aber auch in strömungsarmen Gebieten. Hier stellt sich mir nun die Frage, laichen Prachtschmerlen nun in strömungsreichen oder aber in strömungsarmen Gebieten ab?
Nachdem ich rekonstruierte unter welchen Bedingungen meine Prachtschmerlen damals im 100L Aquarium ablaichten, gehe ich davon aus, dass sie eher in strömungsreicheren Gebieten ablaichen. Die Temperatur in meinen Becken stand auf 25°C, das Auströmrohr des Eheim 2224 war in einem Winkel von 45° nach unten gerichtet, genau auf die Region, wo sich meine Prachtschmerlen hauptsächlich aufhielten, auch war dort die große Moorkienwurzel, unter der sie sich ständig versteckten. Mein Außenfilter wurde damals noch nicht gedrosselt betrieben, so herrschte eine relativ starke Strömung.
Unterstützend bewirkte die Strömung auch zusätzlichen Sauerstoff, der ins Aquarienwasser geleitet wurde, so verpilzte das Gelege nicht komplett. Da aber nur 2 Prachtschmerlen überlebten, nehme ich an, das Bakterien die Eihüllen zerstörten und auch andere Aquarienbewohner, wie die Antennenwelse und Zitronen Saugschmerlen ihr Übriges dazu beigetragen hatten, das Gelege zu verringern. Es ist bekannt, dass Prachtschmerlen keine Brutpflege betreiben. Sie legen ihre Eier ab und kümmern sich nicht weiter darum, daher bleibt das Gelege unbewacht und stellt für andere Aquarienfische eine gute Delikatesse dar.
Wie fast alle tropischen Süßwasserfische, laichen Prachtschmerlen in der nahrungsreichen Regenzeit ab, (Oktober bis April). Die Laichzeit bei Prachtschmerlen liegt zwischen November und Januar.
Diese Angaben habe ich mir, nachdem ich im Dezember 2001 umgezogen bin, zu Nutze gemacht.
Durch den Umzug kamen meine, (zwischenzeitlich auf 7 aufgestockten) Prachtschmerlen in ein mit altem Aquarienwasser halb aufgefüllten Aquarium (Deltabecken mit knapp 400l), auch der Filter wurde vorher nicht gereinigt. Das Aquarium war mit einem 10cm hohen Bodengrund aus dunklem Aquarienkies mit einer Körnung von 1- 3 mm, einer großen ca. 60 cm langen und 55 cm hohen Moorkienwurzel, 2 Bambusröhren (15cm lang und 3cm im Durchmesser), Lavatuffgesteinsaufbauten und Steinholzaufbauten, Vallisnerien, einer ca. 35 cm langen Anubia auf einer Wurzel, Javafarn, Schwarzwurzeln, Cabomba und Crytocyrinen eingerichtet.
Ich beließ eine Woche das Aquarium mit halber Füllung, zusätzlich installierte ich einen neuen Fluval 4 Innenfilter (ungedrosselt!), der für reichlich Strömung sorgte. Mit dem Auslaufrohr des Außenfilters simulierte ich Regen (siehe Kirschbaum Methode), die Temperatur lag bei 26°C.. Nun fing ich an die Schmerlen mit reichlich schwarzen und weißen Mückenlarven zu füttern, zusätzlich stellte ich eigens für die Schmerlen Frostfutter her, das mit Vitaminen (Multi Sanostol) und entkapselte Artemien gemischt wurde. Nach und nach füllte ich das Aquarium mit normalem Leitungswasser auf. Als das Becken gefüllt war, senkte ich den PH-Wert von 7,2 auf 6,9 mit Hilfe einer Bio CO² Anlage und Schwarztorfgranulat, GH lag bei 7° dH, KH um 3° dH, Nitrat n.n. Danach ließ ich meine Schmerlen erstmal in Ruhe.
Am 25.01.2002 entdeckte ich eine Prachtschmerle, die sich in einer der beiden Bambusröhren (15cm lang, Durchmesser 3cm) zurückgezogen hatte. Der Eingang war mit Kies zugemacht.
Vorsichtig habe ich mit dem Zeigefinger etwas Kies beiseite geschoben und dann entdeckte ich darin ein Gelege. Die Prachtschmerle befächelte mit ihren Brustflossen das Gelege, was mich doch sehr wunderte, denn Prachtschmerlen betreiben in der Regel keine Brutpflege.
Am 6.02.02 war das Gelege weg.
Wiederum am 12.02.02 lag entweder das umgebettete Gelege (was ich nicht annehme), oder ein zweites unter der großen Moorkienwurzel. Die Eier sahen ähnlich, wie die Eier von Ancistrus dolichopterus aus, allerdings schimmerten sie im Schein meiner Taschenlampe grünlich, was mir später von Andreas Kinast ( Webmaster von http://www.schmerlen.de) auch bestätigt wurde.
Dann war auch dieses Gelege verschwunden. Entweder sind die Kleinen geschlüpft und haben sich zwischen den Steinaufbauten versteckt, oder sind doch wieder gefressen worden. Tage lang suchte ich vergeblich, doch am 27.02.02 entdeckte ich 3 kleine Prachtschmerlen, sie waren ca. 2 cm groß und sahen wirklich wie kleine Ebenbilder ihrer Eltern aus. Sie hielten sich hauptsächlich zwischen den Steinaufbauten am linken Aquarienrand auf. Mit einem Eheim Schlauch, den ich zwischen Seitenwand und Felsen zum Boden schob, habe ich dann gefüttert. Hauptsächlich Muschelfleisch, dass ich klein pürriert hatte, zebröselte Spirulina Tabs, entkapselte Artemien und Baby Star.
Bei den 3 Kleinen ist es geblieben, mehr kleine "Prachtis" konnte ich nicht ausfindig machen, einige sind sicherlich gefressen worden. Mittlerweile sind sie ca. 4 bis 5 cm groß und sehr agil.
Einen weiteren Zuchtversuch habe ich noch nicht unternommen, obwohl einige Weibchen wieder einen Laichansatz hatten.
Ich werde aber am Ball bleiben und ab November diesen Jahres wieder eine Zucht versuchen.
Diesen Bericht werde ich sobalt sich wieder etwas Neues ergiebt erweitern, denn einige Fragen sind noch offen, bezüglich der Laichwanderung und das Vorkommen von Prachtschmerlen in den Einmündungsgebieten der Flüsse zum Meer. Warum ziehen die Schmerlen dorthin? Liegt es am Nahrungsangebot, der zu einem bestimmten Zeitpunkt dort sehr hoch ist und die Schmerlen dazu bewegt dorthin zu wandern?
Wie man Prachtschmerlen züchten kann, darüber haben sich Generationen von Aquarianern die Köpfe zerbrochen. Ein wirkliches Erfolgsrezept scheint es hier nicht zu geben, obwohl mehrfach von erfolgreichen Eiablagen und Spontanvermehrung berichtet wurde.
Ich will kein Erfolgsrezept versprechen, durch meine Arbeit mit den Schmerlen habe ich viele Kontakte zu Aquarianern, die durch Zufälle zu solchen Zufallszuchten kamen. Durch diverse Nachfragen inspiriert habe ich hier mal versucht, die Berichte über solche Spontanvermehrungen aufzuschlüsseln und Besonderheiten und Gemeinsamkeiten bei diesen Ereignissen zusammenzubringen, daraus logische Schlüsse zu ziehen....
Der Grundstock: Es gibt zwei Herkunftsgebiete von Prachtschmerlen, einmal Borneo und zum anderen Sumatra. Diese Tiere beider Herkunftsgebiete sind unterschiedlich scheu, die aus Borneo stammende Art soll Berichten zu Folge weniger Scheu sein - sie eignet sich daher besser für Zuchtversuche. Die meisten Prachtschmerlen, die man hier im Zoogeschäft kaufen kann werden hauptsächlich in Sumatra gefangen. Ob es sich bei den aus Sumatra oder Borneo gefangenen Prachtschmerlen um eine jeweils eigene Art handelt, konnte noch nicht geklärt werden, doch unterscheiden sie sich minimal. Die aus Sumatra stammende Botia zeigt zwischen dem letzten schwarzen Querstreifen und der roten Schwanzflosse, einen beigefarbenen Körperbereich, während bei den aus Borneo stammenden Botien der schwarze Bereich in den roten der Schwanzflosse direkt ineinander übergeht. Es ist eine alte Schulweisheit in der Fischforschung, das sich einmal in Gefangenschaft vermehrte Fische bzw. deren Nachwuchs leichter zur Paarung verleiten lassen als Wildfänge, die Kombination und der Grundausgangspunkt für eine mögliche Vermehrung wäre also, in Gefangenschaft aufgewachsene Prachtschmerlen aus Borneo in einem Aquarium zu pflegen.
Das Aquarium: Die wichtigste Frage ist immer, wie der Lebensraum auszusehen hat. Ein für Schmerlen optimales Aquarium muss flexibel sein, denn wer die Seite http://www.schmerlen.de aufmerksam gelesen hat, der weiss, Schmerlen gehen auf Laichwanderung und machen auf ihrer Reise durch die verschiedenen Abschnitte viele Veränderungen durch. So muss das Aquarium als Grundbedürfnis zunächst möglichst lang und möglichst breit sein, Schmerlen sind Bodenfische und sie finden dort ihr Futter - im und auf dem Boden. In den Heimatgewässern sind die Flüsse nur stellenweise bewachsen, Schmerlen lieben schattige Bereiche und stärkere Strömungen, in der Natur wird das Wasser durch die am Ufer stehenden Bäume und Gräser beschattet, die durch den Fluss freigespülten Wurzel bieten viele Versteckmöglichkeiten vor Fressfeinden. Das Fazit: Ein Becken mit den Grundmassen (LxBxH)200cm x 70cm x 40cm (wobei Länge und Breite ruhig wesentlich größer sein dürfen !) einer stellenweise starken Strömung, vielen verzweigten Wurzeln als Versteckmöglichkeit, feinem Sand und weichem Lehmboden an den strömungsarmen Stellen, groben Kies und große Steine an den strömungsreichen Stellen, das Wasser weich und leicht Torfsauer, spärliche Bepflanzung - dies alles soll den Ausgangspunkt darstellen, in diesem Habitat verbringen die Schmerlen die meiste Zeit des Jahres.
Die Jahreszeiten: Die Laichzeit der Prachtschmerle B.macrachanthus liegt in der Regenzeit, also von Dezember bis Januar, in unserem Winter also. In der natürlichen Umgebung bedeutet die Regenzeit für die Prachtschmerle eine gravierende Veränderung des Lebensraumes, so werden durch die starken Regenfälle bedingt die Strömungen in den Flüssen stärker, der Wasserstand steigt, das Wasser wird kühler und die Leitfähigkeit verändert sich, der Fluss überflutet weite Teile der sonstigen Uferböschungen und reisst Laub, Holz und jede Menge Insektenlarven mit sich, die nun den Schmerlen als Eiweissreiche "Kraftnahrung" dienen. Die Schmerlen wandern dem Strom ein gutes Stück entgegen, viele sogar bis zu den Ursprüngen der Bäche, um dort die Paarung zu vollziehen und ihre Eier im Laub und unter Wurzeln oder anderen Verstecken abzulegen. Einigen Berichten zu Folge soll das Weibchen eine Zeit lang auf der Mulde, die weiterhin als Nest bezeichnet wird, wachen, um die Eier vor Fressfeinden zu beschützen. Während dieser Zeit nimmt es kaum Nahrung zu sich. Die Eier sollen weisslich-gelb bis hellgrün sein und etwa 2-3 mm Durchmesser haben, bei einem Laichakt landen 15-20 dieser Eier in einem Nest. Nach ca 14 Tagen sollen sich aus diesen Eiern Larven entwickelt haben, die sehr rasch heranwachsen und bereits im April (Also ungefähr 4 Monate nach Beginn der Laichwanderung) berichten einheimische Fischer von kleinen Jungfischschwärmen, die Flussabwärts ziehen und in den Müngungsgebieten von Nebenarmen die ersten Monate ihres Lebens verbringen.
Die Simulation: Soweit die spärlichen Informationen, zusammengetragen aus Berichten, Büchern und diversen Gesprächen und E-Mails von anderen Aquarianern - doch nun zu dem Hauptproblem: Gehen wir davon aus, das sich die Prachtschmerlen am einfachsten zum Ablaichen bewegen lassen, wenn wir ihnen ihren natürlichen Lebensweg nachahmen, so müssen wir zumindest bei der Nachahmung der Laichwanderung tief in die Trickkiste greifen ! Zunächstmal muss der Zeitpunkt stimmen, also ist es Ratsam, bereits im Vorraus die Wasserbedingungen über das Jahr der Natur angepasst zu haben, damit die Tiere ein Gefühl für die Jahreszeit beibehalten und ihren Biorhytmus finden. Zu dem Zeitpunkt, an dem wir die Regenzeit simulieren wollen, sind kräftige und vor allem häufige Wasserwechsel und eine Erhöhung der Strömungsgeschwindigkeit angesagt. Wenige Tage darauf wird das Futterangebot korrigiert, es wird verstärkt eiweissreiche Kost gegeben, zum Beispiel Schnecken- und Muschelfleisch, Tubifex, Fliegenmaden, Mückenlarven usw. und die Futtermenge wird erhöht. Jetzt wird es spannend, denn an dieser Stelle kommt die Wanderung....
In vielen Berichten wird nun eine massive Umgestaltung des Lebensraumes (hervorgerufen durch zumeist private Gründe des Aquarianers) vorgenommen : das Becken wird Umzugsbedingt ausgeräumt oder durch ein viel größeres Aquarium ersetzt, der Standort wurde verändert, die Bepflanzung und Einrichtung wurde angepasset etc... eines haben all diese Berichte bisher gemeinsam : Zum Jahreswechsel wurde das Habitat der Schmerlen massiv verändert, was meiner Meinung nach in Verbindung mit einem Wasserwechsel und eventuell einer Stressphase für die Fische durch den Vorgang des Umsetzens bzw. das Herausfangen eine lange, anstrengende Laichwanderung gut simuliert.
Würde ich einen Versuch wagen, dann würde ich hier ein zweites, von den Abmaßen her größeres Becken parallel laufen lassen, das von der Einrichtung her ähnlich bestückt ist, allerdings mit dem Unterschied, das ich hier die Strömung stark drosseln würde und den Boden dicht mit Blättern und losen Zweigen, Wurzeln und Steinen bedeckt halten würde. Die Wasserzufuhr käme an einer Stelle von oben auf die Wasseroberfläche plätschernd, ähnlich der Brause einer Giesskanne und die Beleuchtung wäre gedämpfter, um den Wolkenbehangenen Himmel zu simulieren. Vor dem Umsetzen würde ich in diesem Becken einen 80%igen Wasserwechsel vornehmen und weiterhin grosszügig eiweissreiche Kost (Lebendfutter) einbringen. Umsetzen würde ich weniger zimperlich als sonst üblich, die Fische dürfen sich ruhig ein wenig bewegen, bevor sie ihr neues Zuhause beziehen sollen. Sind Wassertemperatur und Fischverträglichkeit des neuen Beckens angepasst, würde ich die Fische ohne große Umstände einfach in das neue Becken einsetzen, auf eine langsame Angleichung der Wasserwerte würde ich hier zu Gunsten der kräftigen Stimulation verzichten - die Tiere sind ohnehin an die vorhandenen Frischwassereigenheiten angepasst, mit denen seit jeher der Wasserwechsel vollzogen wurde. Nun würde ich abwarten was passiert, einen täglichen 30%igen Wasserwechsel durchführen und die Tiere, abgesehen von der Fütterungszeit, (3 x täglich reichlich Lebendfutter) weitestgehend ungestört lassen. Im Interesse der Wissenschaft wäre es natürlich schön, das Ganze über eine SW-Kamera aufzuzeichnen um spätere Erfolge besser dokumentieren zu können.
Die Auswertung: Ohne eine anschließende Auswertung der Ereignisse ist jeder Zuchtverzuch - egal ob erfolgreich oder erfolglos - ohne Nutzen. Eine genaue Beobachtung und Aufzeichnung gibt uns die Möglichkeit, nachträglich Fehler zu erkennen, zu beseitigen und die Probleme zu diskutieren und somit dem Ziel einen Schritt näher zu kommen. Seit den siebzieger Jahren ist die Prachtschmerle der Aquaristik ein Begriff und wird regelmäßig importiert, und noch immer ist so wenig über ihr Verhalten bekannt - das schreit geradezu nach einem genauen Studium dieser Tiere!
Jeder kann durch seine Beobachtung und vor allem durch Gespräche über diese Beobachtungen im Kreis der Aquarianer dazu beitragen, vielleicht eines der Geheimnisse über die Fortpflanzung der Prachtschmerle Botia macracanthus zu lüften, sei es hier im Forum, in einer der NewsGroups oder einer der vielen anderen Institutionen, die sich unter Anderem mit Schmerlen beschäftigen..."
Hallo Dirk, der zweite Teil des Berichtes ist wortwörtlich unter der Rubrik Projekte-> Zuchtversuche B.macracanthus nachzulesen, stammt schliesslich von mir Wo hst du den denn noch gefunden?
Bin noch neu in der Aquaristik, habe mein AQ erst seit knapp 4 Wochen, dennoch konnte ich gestern feststellen, das mein Prachtschmerlen-Pärchen Eier abgelegt hat in einer Art Höhle in einem Stein.
Meine Frage nun, ist es wirklich soo selten, das PS Nachwuchs kriegen - soll ich irgendwelche Vorsichtsmaßnahmen treffen, damit der Nachwuchs überlebt? Woran erkenne ich, das die Eier befruchtet sind, bzw. lebensfähig?
Ich weiß, viele Fragen auf einmal, ich hoffe hier kann mir jmd. helfen - achja und welche Fisch sind gefährlich für meine Schmerlen-Babies in spe?
Hallo Melanie, gezielt Prachtschmerlen zur Eiablage zu bewegen ist sehr schwierig, deshalb ist jeder Erfolg egal ob versehendlich oder beabsichtigt etwas ganz tolles. Wenn es möglich ist, mach bitte ein paar fotos von dem Gelege und schick mir die
Als Vorsichtsmaßnahmen kannst du nur dafür sorgen, das keine Eierdiebe im Becken sind - du könntest die Eier auch vorsichtig entnehmen und in einem anderen leeren Becken gesondert pflegen wenn du eines zur verfügung hast.
Ob die Eier befruchtet sind kannst du so nicht erkennen, dafür brauchst du vermutlich eine Lupe oder ein Mikroskop - es wird aber berichtet, das einige Schmerlen unbefruchtete oder verpilzte Eier heraussammeln und auffressen. Wenn es dir möglch ist, kannst du ein Aufzuchtbecken (so ein Netzkasten) in das Becken hängen und die Eier da rein tun, sobald die ersten Larven schlüpfen verfüttere staubfutter (klein gemahlenes Flockenfutter) und das mehrmals täglich (min 5 fütterungen täglich) und sorge für feines Versteckmaterial in dem Aufzuchtbecken (Pflanzen, Javamoos etc). Achja, fotografieren, beobachten und notieren aller interessanten Dinge die sich so abspielen nicht vergessen, und dann hier posten oder als Mail an mich bitte Gruss Schmerlen-Andy Andreas S. Kinast
Die ersten Infos kann ich liefern, ich weiß ja noch nicht ob das normal ist oder ob das dazugehört... Die 2. Schmerle ist seit 3 Tagen nicht gesehn worden, weder nachts noch beim Fressen - es kommt immer nur eine Schmerle, die frisst fasst eine ganze Futtertablette allein und in wahnsinnig schneller Zeit, und schwimmt immer zurück in den Stein - von der zweiten wie gesagt, keine Spur
Der sichtbarste Teil des Geleges ist weg... vielleicht gefressen - ein paar Eier sind noch übrig sind ziemlich hell eher durchsichtig. es sieht so aus als ob ein paar Stücke von meinen Wuschelpflanzen drinnen stecken - vielleicht ein kleines Nest? Herausnehmen - tja, Becken steht mir keines zur Verfügung, und mittlerweile haben sich die Eier ja weiter in den Stein verlagert...
ich werde aber auf jeden Fall weiter berichten, ob da noch was bei rauskommt oder ob es falscher Alarm war - und Fotos gibts natürlich auch dazu - wenn...
Hallo Melanie, könnte sein das die unbefruchteten oder verpilzten Eier weggefressen wurden... hast du ein Foto von den Eiern oder kannst du noch schnell eins schiessen? Mir fehlen eben noch ein paar Bilder davon, um es mal zeigen zu können.
Das eine oder mehrere Schmerlen nicht zu sehen sind wurde schon öfter beobachtet, nur warum weiß wohl keiner so genau...
Manchmal konnte ich beobachten, das eine Schmerle sich eine Schnecke schnappt und sich damit in ein Versteck zurückzieht um sie dort zu verspeisen - vielleicht machen das deine Schmerlen auch?
aber über 3 Tage lang?? leider sehe ich von meinem Standpunkt aus nur noch 2 Eier... der Rest ist entweder dahinter oder dahin und dahinter bedeutet im hohlen Stein drin, da komm ich nur mit operativen Geräten wie bei ner Magenspiegelung rein oder dahin heißt soviel wie gefressen... sorry, würde gerne Fotos machen aber Digi-Akkus sind alle und außerdem sieht man das Versteck nur mit Taschenlampe
Hallo Melanie, also eine meiner Prachtschmerlen war bei mir schon mal 1,5 Wochen verschollen, und das trotzdem ich unter jedem Stein nachgeschaut hatte - plötzlich tauchte sie dann wieder auf, war völlig abgemagert (weil Krank)und verstarb dann kurze Zeit später. Damals wußte ich noch nicht genau, wie an das Tier richtig hätte behandeln können und das Wissen über Schmerlen war noch sehr begrenzt will sagen, ich weiss nicht wo die sich verstecken - aber das können sie gut
also ich weiß ja WO sie sich versteckt, hab aus versehen schon mal den hohlen Stein aus dem Wasser genommen und versucht was zu sehen - aber all das hat sie überlebt... naja ich hoffe ich werde auch noch ein guter Aquarianer
Hallo Melanie, Jau, Schmerlen sind seeeehr robust was das angeht - mir hat schon jemand erzählt, er hätte beim Ausräumen des Aquariums eine alte Wurzel weggeworfen und (eine Stunde oder länger?) später festgestellt, das eine Prachtschmerle fehlte. Die hatte sich in der Wurzel versteckt und lag auf dem Kompost - hat es aber ohne Schaden zu nehmen überlebt
So lange du mitdenkst und im Zweifelsfall nachfragst bin ich mir sicher, das du ein guter Aquarianer wirst! Gruss Schmerlen-Andy Andreas S. Kinast
ich hab schon überlegt ob ich den Stein nicht mal rausnehmen soll und ihn mal genauer untersuchen soll! dann kommt die Schmerle mal an die frische Luft falls sie noch lebt oder ich kann den Kadaver wegräumen!
Ich habe mich nur wg. diesem Thread hier angemeldet - lange nach solchen Infos gesucht... Hier wollte ich auf einen Thread im Forum von Scalare-online.de verweisen. Dort haben wir schon etliche ähnliche Überlegungen angestellt (vor allem der "Bericht" von Nicole Bura wurde überall verzweifelt gesucht).
Ich verweise mal dort auch auf diesen Thread. Es dürften sich ja doch schon sehr viele für dieses Thema interessieren.
Bedauerlicherweise stelle ich fest, dass die Melanie scheinbar nicht mehr weiter schreiben "kann", "will"... Wäre schon intereressant, was es noch zu berichten wäre...
ist leider immer ds Selbe, irgendwann melden sich die Leute nicht mehr aus irgendwelchen Gründen... Ich meine schon, das es mit einigem Aufwand und Wissen ziemlich gut machbar ist, Prachtschmerlen jeweisl ein mal im Jahr gezielt zu vermehren, habe aber keine Möglichkeit das selber durchzuführen - mir fehlt dafür einfach der Platz. Ich beschränke mich daher set mal auf die Theorie und das sammeln von Daten... Den Ansatz davon kann man in den Projekten auch nachlesen und nachmachen, wenn man den Aufwand betreiben will
Ich habe Deine Seite eingehend studiert - hier aus und von http://www.loaches.com habe ich schon viele interessante Ansätze kennengelernt. Einige Überlegungen habe ich selbst angestellt, die jedoch bereits von anderen ebenfalls ähnlich aussehen (siehe den von mir verlinkten Thread) oder gar korrelieren. Auch die Anstöße von Ralf Rombach und Gerhard Ott sind sehr interessant, daher halte ich die Nachzucht von Schmerlen für potentiell möglich. Jedoch ist der Aufwand für die Nachzucht von b. macracanthus meines Erachtens einfach zu Groß (sprich Beckengrößen für die Simulation und weitere daraus resultierende Probleme), obwohl sehr lobenswert, wenn jemand sich das zutraut. Der o.g. Thread ist aufgrund einer Meldung eines Forenmitglieds entstanden, der seinen PS-Schwarm aufgestockt hat (inzwischen besitzt er sogar 15 Tiere)... Inzwischen (angeregt durch den Thread) will er auf einer HP http://botia.blogspirit.com seinen Versuch dokumentieren. So wie es aussieht, hat er die Voraussetzungen grundsätzlich geschaffen.
Ich selbst werde in einiger Zeit (ca. 1 Jahr) mit meinen b. sidthimunki experimentieren. Sie sind derzeit noch einfach zu jung, ich habe daher einerseits Bedenken wg. Verlust der Tiere und andererseits will ich die Simulation im Rahmen einiger aufeinanderfolgenden Jahresrhythmen wiederholen, um zu sehen was passiert.
Und Du hast es richtig angemerkt - schade, dass die Meldungen über Erfolge so "zerstreut" und "diffus" sind.